Polizei überfällt Gay Pride in Uganda

Das Bündnis gegen Homo- und Transphobie in der Region Nürnberg informiert:

Während in Nürnberg Anfang August Tausende friedlich den CSD (Christopher Street Day) feierten, wurde in Ugandas Hauptstadt Kampala der Gay Pride aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Wir fühlen mit den Menschen in Uganda, die sich ebenso wie die Bürger und Bürgerinnen in Nürnberg auf ihren CSD bzw. ihre Gay Pride gefreut hatten. In Uganda lebt Kasha Nabagesera, die Preisträgerin des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises 2013. In Uganda hat sich die Situation für homosexuelle und transidente Personen bis heute nicht verbessert.

Am Donnerstag den 4. August wurde die Wahl zum Mr. und zur Miss Pride, eine private Party, deren Veranstaltungsort erst kurz vorher an Interessierte bekannt gegeben wurde, von der Polizei gestürmt. Laut Augenzeugenberichten kam es zu Polizeigewalt vor allem gegenüber Transpersonen. Die Polizei soll zudem alle Teilnehmer*innen der Veranstaltung fotografiert haben, was für Besorgnis unter den Besucher*innen führte, da es in Uganda immer wieder zu Veröffentlichungen von Namen und Fotos, ja sogar mit der vollen Adresse kommt, und diese Menschen dann in Ihrem Umfeld nicht mehr sicher sind. Zudem kam es zu kurzfristigen Verhaftungen der schwulen, lesbischen und transidenten Veranstalter*innen.

Zur Absage des Gay Pride führte ein Treffen am Freitag mit Ugandas Ethikminister Simon Lakodo, einem ehemaligen katholischen Priester. Dieser soll laut Anwalt der Organisation Chapter 4 gedroht haben, einen Mob und eine große Anzahl Polizisten zu mobilisieren, die jeden zusammenschlagen würden, der bei der Pride erscheint. Dass dies keine leere Drohung ist, bezeugen Äußerungen Lakodos. 2012 meinte dieser beispielsweise Schwule und Lesben seien generell schlechte Menschen, die unser aller Leben ruinierten. 2014 verglich er Schwule und Lesben mit Junkies, denen man helfen müsse sich aus der unglücklichen ‚Situation‘ zu befreien, ansonsten gehörten sie bestraft.

Aus genau diesen Gründen flüchten schwul, lesbisch und trans empfindende Personen immer wieder nach Kenia. Aber auch dort ist die Situation nicht viel besser.

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Solidarity Uganda

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